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Knicks 2010 – Teil 4

Juni 21, 2010

Single Digits also … es wird langsam ernst!

Metaphorisch gesehen postiert sich Donnie Walsh gerade in seinem Startblock und wartet auf den Knall, der Ihm die Erlaubnis gibt, mit Volldampf Richtung Free Agency zu rennen. Bleiben wir mal kurz bei dieser Allegorie des Hürdenläufers – dann kommt seine erste, zu nehmende Hürde am Donnerstag Abend in Form des Draft 2010.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Knicks – Inhaber des 38. und 39. Pick – sich in die späte erste Runde einkaufen wollen um somit drei College Spieler nach New York City zu holen. Diese Entscheidung ist aus Sicht des Talents und Salary Caps eine Wichtige.
Mit Ihrer Planung sind die Knickerbockers allerdings nicht allein. Aufgrund des nahenden Free Agent El Dorados wird eine nie dagewesene Aktivität aller 30 Clubs erwartet. Spieler, Picks und Geld werden hier untereinander getauscht wie Liebespartner in einer Studenten-WG oder die Panini Bilder der französischen Nationalmannschaft.

Entweder gehen die Knicks also leer aus (bis auf Ihre beiden Picks) oder Sie schlagen im großen Stil zu – durch Kauf eines Picks oder durch Trades.

Sofern Walsh die erste Hürde grazil genommen hat, wartet die nächste – die Free Agency. Je länger sein Lauf jedoch dauert, desto wichtiger ist eine konkrete Philosophie und Taktik. Einfach loszurennen um dann bei der Hälfte zu merken, dass man einem Lungenversagen in etwa so nah ist wie Wayne Rooney & Co. einem Direktflug nach Hause – ist schlecht.

Die Philosophie

Wenn uns die erfolgreichen Mannschaften im professionellen Sport dieses Jahr eines gezeigt haben, dann, dass man eine Philosophie und Taktik benötigt, die mit dem Spielermaterial abgestimmt ist und von allen Beteiligten mitgetragen wird. Ohne eine Philosophie wären der FC Bayern nicht Meister, Inter Mailand nicht Champions League Sieger und die (*hust*) Los Angeles Lakers (*hust) nicht NBA Champion geworden.

Eine klare Ausrichtung mit einer Rollenverteilung ist hierbei das A und O. Wie bereits in Teil 2 unserer Serie aufgegriffen, muss das Spielermaterial sorgfältig ausgewählt werden. Mike D’Antoni und sein Trainerstab haben alle Karten in der Hand, um ein Team zusammenzustellen, dass die “7 Seconds or less” Philosophie umsetzen kann.
Die Kritik daran ist vor allem im Defense-geprägten New York City sehr laut. Doch gerade die Phoenix Suns haben in den Playoffs bewiesen, dass man mit diesem System erfolgreich sein kann – zudem waren die Suns der D’Antoni Ära bessere Defense Mannschaften als der aktuelle Western Conference Finalist.

Die Bausteine

Sind zwei Stars und Go-to-Guys, die das Team tragen können. Jordan konnte es nie ohne Scottie, Kobe nie ohne Shaq oder Gasol und auch Magic Johnson benötigte Kareem, um Titel zu sammeln. Die Möglichkeit ist in New York gegeben. Auch in Phoenix war so etwas in gewisser Form vorhanden. Nash & Amar’e trugen die Suns bis ins Conference Finale – die Niederlage gegen L.A. kam dann aus vielerlei Hinsicht zu Stande:

  1. Defense – Phoenix bemühte sich und war in der Lage, in den entscheidenden Spielabschnitten “Stops” zu erwirken – eine Theorie die von Max stammt. Hierbei geht es im Prinzip darum, den Gegner in bestimmten Momenten der Partie am punkten zu hindern – nicht jedoch intensiv über die gesamte Spielzeit. Mit Robin Lopez stand ein Center in der Mitte, der die Penetration des Gegners zumindest zum Teil unterbinden kann – etwas was in der vergangenen Saison bei den Knicks komplett fehlte (bzw. in Form von Darko auf der Bank saß). Die Suns hielten diesen Konzept jedoch nicht komplett durch, erlaubten den Lakers immer wieder offene Würfe, die dann auch fielen. Daran muss der D’Antoni Stab arbeiten. Das neue Team muss eine gute Defense spielen, die in den entscheidenden Situationen den Gegner am punkten hindert.
  2. Offense – klingt im Zusammenhang mit den Suns erstmal komisch, lässt sich jedoch wie folgt begründen: Das Team vertraut zu sehr auf die Distanzwürfe. Gerade in den Playoffs ist dies das falsche Pferd auf das man setzt. Sowohl bei den Suns als auch bei den Knicks entstand häufig das Phänomen der inkonstanten Offense. Mal war die Mannschaften mit 8 Punkten vorn, dann lag man wieder mit 7 hinten – mal fällt der Wurf, mal nicht. Weder Amar’e noch Nash haben die Spielveranlagung, das klassische Setplay zu starten um so zu Punkten zu kommen – man lebte und starb mit dem Distanzwurf. Das muss sich ändern. Das System setzt Ball Movement und Player Movement voraus – eine ideale Basis um Spieler wie LeBron oder Chris Bosh einzusetzen. Wenn es dann eng wird, sollte die Mannschaft auch in der Lage sein, das Tempo zu drosseln und “langweiliger” zu spielen. Zudem besäße man mit beiden genannten Spielern genug Power für die Crunch Time.

Die Entscheidung, den Kader zu entrümpeln und bei Null anzufangen war der Grundstein. Mike D’Antoni als einen Trainer mit einer eindeutigen Philosophie einzustellen der zweite Schritt. Nun gilt es, die richtigen Spieler für dieses System zu finden. Greifen all diese Zahnräder ineinander, so sind die Knicks 2010-2011 ein Nukleus, auf dem sich für die kommenden Jahre aufbauen lässt.
Und das war ja immerhin das Ziel – eine Mannschaft zu haben, die nicht nach 2 Jahren wieder in der Versenkung verschwindet bzw. eine Anhäufung an Bad Contracts ist.Wir werden am Freitag sehen, welche neuen Gesichter in die Knickerbocker Family aufgenommen werden.

8 Kommentare Eins hinterlassen →
  1. Jan Schaknowski Permalink
    Juni 21, 2010 2:52 pm

    …ja Robert, du hast mal wieder vollkommen Recht. Ich denke aber das Donnie & Mike alle möglichen und unmöglichen Szenarien schon x-mal durchgekaut haben, und somit bereit sind für die größte Offseason aller Zeiten.

    Ich habe in den letzten Wochen mal angefangen n paar All-Time-Listen zu machen, z.B. eine All Time Spieler Liste, eine All Time Schedule, Coaching Liste etc…
    Nun könnte man denken: der hat doch n Rad ab, findste doch eh alles im Netz. Nee, iss eben nich so(nichmal auf der Knicks-Seite!), und ich sehs als Beschäftigungstherapie bis zum 1.7. bzw zum Draft. Außerdem lernt man mal die Teams der vergangenen Jahrzehnte kennen, waren gute Teams dabei!
    Lange Rede kurzer Sinn, wer ne Frage zu dem Thema bzw generell zur History hat – einfach stellen.
    Ich geb mal zwei Fragen vor, von denen ich denke dass sie ganz interessant sein könnten:
    1.: Wieviele Spieler haben das Knicks-Trikot auf dem Spielfeld getragen?
    2.: Wieviele Saisonspiele hat die Franchise auf dem Buckel?

    …sowas in der Art. Ihr könnt ja gerne mal schätzen……und natürlich weitere Fragen stellen.

    Eigentlich geht mir ja der Hype um die Offseason schon ganz schön auf die Nerven, aber so langsam fängts dann doch an zu kribbeln….noch 3 Tage bis zum Draft….

    Greeeeeetz an alle Knicks-Fans und alle Besucher hier!

  2. razah Permalink
    Juni 21, 2010 8:07 pm

    Hey Jungs, Danke für den Beitrag und den comment von Jan. Ich finde es eigentlich gerade gut das Fussball-WM ist, so ist man immer schön mit Public Viewing u.ä. abgelenkt bis zum 1.Juli.
    Aber trotzdem denkt man jeden Tag an die Knicks und schwankt wie schon das ganze Jahr zwischen vollem Optimismus und “ach es kommt doch eh kein Schwein” wobei das 1. mittlerweile bei mir überwiegt, weil man einfach sieht wie gut Donnie im Team saubergemacht hat und alles hübsch angerichtet hat für die Free-Agency. Ich bin gespannt wann am 1.Juli die ersten Infos durchsickern wo wer hingeht, oder wird es sogar länger dauern? Auf jedenfall muß ich schon mal meine Termine sortieren für den Tag, denn es ist nun mal einer der spannendsten der letzten Jahre und das will ich alles mitbekommen.

    @ Jan
    Ich tipp einfach mal:

    1. 487
    2.500

    Lieg bestimmt meilenweit daneben. Vote für eine tägliche Quizfrage von Dir zur Überbrückung der Warterei.

    • Jan Schaknowski Permalink
      Juni 21, 2010 11:12 pm

      …hast Recht, iss weit daneben…

      mal sehn, wenn ich die Zeit finde gibts noch n Paar Fragen vom “Quizmaster”…

  3. Jan Schaknowski Permalink
    Juni 23, 2010 3:20 pm

    …schade, dachte kommen noch ein paar tipps…

    Also zur ersten Frage: 393
    …kann sein das die nicht 100%ig stimmt, aber auf +/-5 sollte es genau sein

    zur zweiten: 4999
    …es könnte also tatsächlich das 5000ste Saisonspiel sein wo LBJ das erste mal ein Knick ist…

    Dann noch schnell zwei neue Fragen:

    Wieviele Playoff-Spiele hat die Franchise und welcher Coach hatte die erfolgreichste Saison für die Knicks?

    …viel Spaß beim rätseln…

    • Robert Jerzy Permalink*
      Juni 24, 2010 12:21 pm

      Hmm, okay ich rate mal ….

      Playoffspiele: 720

      Erfolgreichster Coach in einer Saison: Pat Riley ODER Red Holzman

      Und? … Und? …. :)

  4. razah Permalink
    Juni 24, 2010 12:32 pm

    Hab natürlich bei Antwort 2 ne Null vergessen, dann wäre ich ja wirklich ziemlich nah dran gewesen und das nur mit einfachen Raten.

    Zu den neuen Fragen hab ich echt kein Plan, der Coach dürfte ja dann der Meistercoach gewesen sein, der fällt mir aber nicht ein.

  5. razah Permalink
    Juni 25, 2010 12:45 am

    Draftnight Jungs! Kuckt noch jemand? Wall und Evans wie erwartet 1 und 2 Wie ich immer froh bin das die Nots nur den 3.Pick haben:-D Ich bin gespannt ob unsere Knicks sich hochgetradet oder hochgekauft haben.

  6. Jan Schaknowski Permalink
    Juni 25, 2010 12:03 pm

    @ Rob: … na da biste doch etwas optimistisch gewesen…sind 355 Playoff games in 39 Playoff-Seasons. Aber mit nur raten wäre ich sicher auch weit daneben gewesen…

    …und bei der Frage nach dem Coach haste gleich zweimal recht, weil nämlich Red Holzman in der ersten Meistersaison 69-70 den gleichen coaching-record hingelegt hat (60-22 ; .732 %) wie später dann Pat Riley (92-93). Also habt ihr quasi beide recht, weil ja auch razah auf den “Meistercoach” getippt hat, und da gibts ja für die Knicks nur einen…

    so, jetzt werd ich mir erstmal den Draft reinziehen…

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